Lieblingstouren

Bratkartoffeln beim Schwarzwald Super!

Schwarzwald Super! 2017

Um kurz nach 5 werde ich durch das Surren von Freiläufen geweckt: durch die beschlagenen Autoscheiben sehe ich, wie sich unterm Sternenhimmel die Fahrer für die lange Runde sammeln. Kurz frage ich mich, ob ich auch schnell raus soll – aber dann drehe ich mich doch noch mal um und schlafe noch ein Stündchen. Gestern Abend im Wirtshaus stand schließlich schon das Herbstmenü auf der der Karte, die Saison ist damit offiziell vorbei, da langt auch eine der kürzeren Runden.

Länger, höher, netter als der Ötzi

Ich bin im Schwarzwald, habe in der zweiten Runde noch einen Platz beim Schwarzwald Super! bekommen. Drei Varianten stehen zur Auswahl, die „goldene“ hat es mit 265km und 6500 Höhenmetern besonders in sich. Hat da jemand Ötztaler gesagt?? Der hat vielleicht die höheren Berge, aber dafür halt nur 4 davon.

Und im Gegensatz zum Ötztaler geht es angenehm entspannt zu. Hier fährt niemand mit, um zu gewinnen – eine Zeitmessung gibt es gar nicht erst, auch keine (vermeintlich) einpeitschende Musik zum Start. Stattdessen gibt es einen Stempel, und nach und nach machen sich ein paar 100 Leute auf die lange Runde.

Schwarzwaldnebel

Jeweils eine gute Stunde später starten die mittlere und die „kurze“ Runde – die es mit 175km / 4600 Höhenmetern bzw. 100km / 2700 Höhenmetern auch durchaus in sich haben. Es ist also noch Zeit für ein kurzes Frühstück in der Turnhalle, dann schnell ein Vorher-Bild vom Profifotografen und ab aufs Rad, hinein in den Schwarzwaldnebel. Und war es beim Start mit 5 Grad noch zapfig kalt wird mir schnell warm, denn direkt nach dem Start geht es gleich mal ordentlich bergauf – keine halben Sachen!

Nach und nach klettere ich aus dem Nebel raus in die Sonne, dann kommen mir plötzlich Fahrer entgegen. Bin ich falsch abgebogen? Eigentlich bei der perfekten Beschilderung nicht möglich – und oben klärt es sich dann schnell auf. Am Gipfel gibt es eine Stempelbox, es ging „nur“ um die extra Höhenmeter. Und um einen grandiosen Blick auf den Südschwarzwald: keiner, der hier nicht stehen bleibt und ein Foto macht.

Lecker Frühstück

Nach dem ersten großen Berg stehen noch 2 kleinere Hügel an, bevor die erste Verpflegungsstelle kommt und zu einer ausgiebigen Pause einlädt. Energieriegel sucht man hier vergeblich, statt dessen gibt es ein ordentliches Frühstück mit Käse- und Schinken aus der Region, Hefezopf, dazu Obst, Tee, Kaffee und das eine oder andere Stück selbstgebackenen Kuchen. Das nenne ich mal eine gelungene Rennverpflegung.

Und niemand macht hier Stress – alle machen wirklich Pause, niemand der sich vordrängelt und die Taschen vollstopft, um sofort weiter zu rasen – hier geht es einfach nur ums Radfahren, nicht um Bestzeiten.

Schwarzwald Rundumschlag

Satt geht es weiter durch den Schwarzwald, mal auf kleinen, unbekannten Nebenstraßen, mal auf den größeren Verbindungsstraßen. Vor allem auf den Schauinsland hinauf nervt der Verkehr für ein paar Kilometer, aber das ist wohl leider der Preis den man zahlen muss, wenn man alle nennenswerte Anstiege im Schwarzwald unter einen Hut bringen will. Und das schafft der Schwarzwald Super!, hier gibt es auf einen Schlag einen ziemlich kompletten Eindruck der Region. Und die ist schön, sehr schön sogar – wer den Schwarzwald bisher noch nicht kennt sollte ihn meiner Meinung nach auf jeden Fall auf seine Liste setzen!

Meine Achillesverse: Bratkartoffeln

Durch die Streckenführung und die vielen kleinen Straßen im Schwarzwald gibt es außerdem die Möglichkeit, zwischendrin abzukürzen falls es die Beine nicht mehr mitmachen, das Wetter umschlägt oder es zeitlich eng wird. Auch ich sammle nicht alle Stempel der silbernen Strecke ein – höhere Gewalt, ich konnte nichts machen: schließlich gab es Bratkartoffeln an der Verpflegung, BRATKARTOFFELN!! Da musste ich einfach länger bleiben, keine Chance...

Ein weiterer Vorteil, danach die Abkürzung genommen zu haben: es blieb noch Zeit für die mobile Sauna die im Ziel aufgebaut war...

Schwarzwald Super! Fazit: Super!

Johannes und sein Orgateam – ein großer Teil davon Freiwillige, von Freiburger Radkurieren bis zum örtlichen Gesangsverein – haben hier eine richtig schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt. Eine sportlich anspruchsvolle Strecke, bei der aber trotzdem jeder entspannt und ohne falschen (anstrengenden) Ehrgeiz unterwegs ist. Schon gar nicht fährt hier irgendwer gegen jemand anderen. Dazu tragen maßgeblich auch die super Verpflegungsstellen bei, die zur längeren Essenspausen einladen (übrigens ernährungswissenschaftlich abgestimmt mit der Uni Freiburg). Aber auch die ganzen kleinen Details wie die vorher-nachher-Bilder, die mobile Sauna, das Coffee-Bike und die lokalen Craft-Biere. Oder das es statt einer Finisher Medaille ein Glas Honig und eine kleine Flasche Wein – natürlich aus dem Schwarzwald – gibt: Alles sehr, sehr gelungen. Dazu ein Team, dass jederzeit freundlich und hilfsbereit und unfassbar nett ist – chapeau!!

Johannes, vielen Dank! Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Und sammle dann vielleicht ein paar Stempel mehr ein, zumindest bin ich jetzt gewarnt was die Verlockungen angeht...

Racer for a day – scratching at TCR No.5

It has now been a month since I scratched from the Transcontinental Race on day 3, having lost my motivation after the tragic death of Frank Simons, and I am still not sure how that happened. Or what that means – if it means anything at all? I have given it time, I have been back on the bike, I have talked about it with other riders – but I still have not come to any kind of conclusion. Maybe writing about it will help?? So without knowing where this text will lead to, here is my (very) brief TCR experience…

Contagious

It is no secret that I had my doubts leading up to the start, and having to drive up to Belgium instead of riding did not really help either. But once I got to Geraardsbergen on Friday evening the race atmosphere began to take over: all the other unmistakable racers with their fully loaded rigs, the occasional ultra cycling legend, and excited locals: the town was abuzz with a pre race excitement that was contagious. This is really happening, I am about to ride across Europe!

The Saturday was even more so, excitement building up. And at the same time doubts diminished. The bike was packed, my gear was what it was – worrying now was not going to help. And the day flew by quickly – my planned 3 hours of sleep in the afternoon turned out to be a 30 minute nap, but better than nothing. And so, after a solemn minute of silence and a raucous minute of noise for Mike and an emotional good bye from Tina I found myself setting of into the night, together with about 300 other racers.

Into the night

Setting out all at once meant the first few kilometers of the race had a sense of togetherness that you usually do not get (nor expect) on the TCR, feeling more like a local club ride when I found myself rolling in a group of 30 or so. But it sure ended quickly enough when I took a left turn while everyone else went straight. And that was it for company – except for one very brief meeting around midnight and a headlight far off in the distance that was all I saw of any other rider that night.

The night was uneventful in the best of terms. The weather was great, I was happily riding along on small roads, only seeing a handful of cars and was able to refuel at a gas station at just the right moment. I wasn’t tired, and sunrise saw me powernapping for 5 minutes in The Netherlands, without any sign of having crossed a border (political side note: this is what Europe is about!!).

Racing after all

What surprised me when the day went on was the mindset I was riding in. With all the caveats I had given myself that “I will not be racing the TCR” I was, in fact, racing it! Not against the other riders or for the fastest time possible – but against myself on my set route. Occasionally a rider would pass me on the road while I took the bike path, or I overtook someone twice, having “lost” time because I had chosen a smaller and hillier route instead of the busy main road. And that didn’t bother me at all, I wasn’t tempted to hit busier roads to be faster. But without even having to try I kept stops to a minimum, maximizing my moving time. And in my head I was already optimizing my bike and equipment, shedding weight and decreasing aerodynamic drag for the TCRs to come (yes, I know: preposterous, very!).

Making plans

So when it was time for lunch on Saturday afternoon I was quite happy to see that I only had a little under 2 hours of non-moving time in the almost 17 hours of racing – an unheard ratio for me! With 320 km down at early afternoon, legs and spirit feeling strong I sat down at a large hearty lunch and made plans for the rest of the day: Another 90 km of easy terrain along the Rhine would see me to Bingen. That would be a good 4 hours at current pace, so my plan was to get another good meal in there, stock up for the night and then keep pedaling into the sunset, seeing how long I could go before I was too tired to continue. It was going to be a warm night, so I wanted to give my bivvy setup a try, seeing if I could get a good – and restful – five or six hours of sleep out in the open. Maybe 450 or even 500km would be possible before hitting the hay??

Frank Simons

Then I got the official e-mail that Frank Simons had died in a collision with a car and all plans became obsolete.

I did not know Frank personally and had not talked to him before the start. But I had sat with him in the race briefing only hours ago and he wore the same cap I did. And with that e-mail all the motivation, all the joy of riding suddenly left me, like a balloon hit with a needle. I rode on very slowly, not quite grasping what had happened. It was yet undecided what would happen with the race, but that did not really matter anyway – even if the race officials made the decision to continue with the race I would still have to make up my own mind about what to do. I talked to other racers I met, all of them shocked. Some spontaneously said that they would drop out right then and there, some said they would go on – in touring mode if the race got cancelled, but riding no matter what.

Everything seemed suspended: Riders rode side by side, talking about what had happened and what that meant. I stopped a lot more frequently, basically whenever I met someone else. General consensus was that the race would surely be canceled. Via the Facebook group a few riders organized a get together in Bingen, so I reserved a hotel and slowly made my way there. Most of that time I rode alongside Roger (cap #34), talking about what had happened. He wanted to go on, but said he couldn’t – he had been left lying unconsciously in the street after a hit and run with some broken ribs just weeks ago, and his little girl was already super scared for him. With a fatal crash now on top he needed to get off the road and back to his family.

What do I want?

That evening 10 of us met for dinner in Bingen, sitting outside until late, talking about Frank and the race and personal choices, all thoughts of racing put aside for some time. By now the official decision to continue with the race had been made (in the spirit of what Frank would have wanted), but even so three of us said they would drop out, one had in fact already done so. I had not yet come to a decision myself, so decided to sleep over it and get on the bike the next morning, trying to clear my head while pedaling. Usually that works quite well – in this case it did not.

My “race mode” was gone and I was in touring mode. Stopping for whatever reason became common. Taking a picture (another one), getting ice cream (another one), just a quick coke at the gas station (another one). Progress was slow and turning the pedals did nothing to clear my mind. Arriving late at check point 1 I talked again with other racers, a friend who had come down from Stuttgart and race director Juliana – but was still unable to come to any decision. So again I decided to have a proper sleep on it and see what the next day would bring.

A difficult decision suddenly easy

I did not wake up with a made up mind. But after a long phone call with my girlfriend at the gates of Castle Lichtenstein I made the conscious call to try and get back into race mode for the next 150 kilometers, up to the town of Kempten. From there it would be either dead south into the Alps or take a left towards Munich, heading home.

To make a long story short: it didn’t work out. It took me almost 12 hours to ride those 150 kilometers. Yesterdays touring mode had turned into a leisurely bike ride. Even more pictures, more ice cream, more coke stops. And when I sat in yet another ice cream parlor in Kempten that evening I realized something: The decision was not whether or not I should quit. It was if I still had the heart and the commitment to stay in it and ride hard. Which the last two days had clearly shown I did not, and unfortunately I saw no signs of this changing. I did not want to ride the Transcontinental at a touring pace, that was something I was sure of. It was “pedal my heart out” or nothing. Once I had embraced that difficult truth the decision all of the sudden was very easy: After 2 days, 20 hours and 840 km on the road, cap #153 scratched from the race.

No regrets

Looking back I am still certain that this was the right decision. Of course I am disappointed that I did not get to ride the TCR. And following the other racers’ dots made clear that I did miss most, if not all, of the adventure. Comparing my reason to scratch (“loss of motivation”) to what riders experienced further down the road illustrates that nicely: angry dogs, bears, getting run over by horses (!), struck by lightning (!!), battling a heat wave called “Lucifer”. And I only rode in countries I knew, my legs were still fresh and I had gotten plenty of sleep. I did not have to overcome any obstacles like broken wheels or pedals and the more “interesting” stretches of my route planning were all still to come.

But “broken motivation” will end your race more certainly than a broken bike.

The question of “why”

I have tried to understand if there is some deeper meaning in me quitting like this.

With Mike’s death in March going into TCR No. 5 the possibility of someone dying during the race was clear on my mind, so while of course not expected a situation like this should not have come as a surprise to anyone racing. And it wasn’t that I felt unsafe on the road all of the sudden – passing cars didn’t scare me and I was confident in (most of) my route choice, steering me away from heavy traffic. So it wasn’t fear or concern for my own safety that made me scratch. (I have of course been back on the bike since: no special road fear.)

Was my heart maybe not in it from the start, was the adrenalin and thrill of the start simply masking it and Frank’s death brought it to the surface? I very strongly doubt that. I enjoyed the first day too much and too consistently and was looking forward to the adventures to come. Heck, I was already planning my equipment for next year’s race!

So no, I do not know what this means. But I have stopped worrying – I think time will tell. When the time comes to apply for a spot in TCR No. 6 I will know if I want to give it another try….

THANK YOU!

A huge “Thank you!” to the “TCR family” and all the volunteers who made TCR No.5 possible and gave me this chance – even if I didn’t use it as fully as others. To Anna, Patricia, Russ, Juliana, and Tom – and everyone else involved, be it behind the scenes as dot watchers or check point volunteers. If I am not back on the bike I will be back amongst the volunteers in the years to come.

Final thoughts before TCR No 5 – and why I will not be racing it

At the time of writing it is exactly 72 hours until I will stand on the Muur in Geraardsbergen (Belgium), together with some 300 other crazies, and set off into the night to ride the Transcontinental Race No. 5. About 4000 km across Europe, visiting 4 iconic climbs as checkpoints and finishing in Meteora, Greece. No fixed route, self supported and the clock never stops – whoever gets there first, wins.

I have been looking forward to this for about a year now, ever since I volunteered at one of the checkpoints in TCR No. 4 and basically knew that I would get a spot at the start line. The level of excitement varied greatly over the year, oscillating from anticipation to doubts and right now knowing basically just two states that change about three times a day: from thrills of exctasy to get this going to outright panic.

Mike

But things for me have also changed over this year, affecting how I have been riding lately. I don’t know if it is me getting older or if things really are getting worse out there on the streets, but I find it less and less enjoyable to ride my bike on larger streets with even just a moderate amount of traffic. Passing cars seem to be getting closer and there seems to be less respect for cyclists. So I found myself gravitating to small roads with almost no traffic whenever possible, loosing my dislike of gravel, in fact starting to look for it.

Then Mike died. I was on Mallorca for five days, giving my training a much needed boost. Checking the race status of the Indy Pacific Wheel Race before going to bed I watched with horror as someones harmless tweet (something like „road block on road such-and-such — hoping Mike isn’t forced to stop“) turned into certainty that  there had been a crash and Mike had been killed.

Motivation at a low

Motivation was low after this – not just because of the uncertainty whether or not the race would actually go on, but because Mike’s death all of the sudden turned that vague, undefined feeling I had into a brutal reality.

I know all the figures and statistics and am convinced (and can statistically proof to you for all what it’s worth) that cycling is a relatively safe sport – but feeling that is something different.

So for a while my heart wasn’t into it. Add a horrible bike crash in the family (all good again, phew!) and for a while I would rather ride an hour long detour – including a 17% incline on a blocky MTB single trail on a loaded road bike with 25mm tires for good measure – just to avoid a 15 minute climb up the Fernpass. Which is not a nice road traffic wise but definitely not that bad. Riding like this eastern European roads would be challenging…

Change of approach

Luckily that improved and I am more relaxed again. As I said, I know the figures. But the ease of riding comfortably on a road with more traffic still isn’t back, and I doubt it ever will be completely. So the two overnight endeavors I started as training rides (Candy B. Graveller – text in German only – and Rando Imperator) were gravel events. And the route I have prepared is definitely not the quickest or flattest, but what I hope will have the least traffic. I also expect myself to look for alternatives while I ride, occasionally trying out smaller roads and cycle paths.

So in a race context this translates into: more km, more climbing, less gas stations and McDonald’s (fuel!) on the way. More chances to get lost, hit gravel or catch a flat due to road debris. Not really what you would plan if you wanted to ride across Europe as fast as possible.

„This is not a Tour“

The thing is, I would never have raced for podium or a place in the top 10, 20 or even 50. I don’t have the legs for that (even if training would have been what I wanted it to be) and I definitely don’t have the mind for it. I like sleep too much, I like good coffee and cake too much, and it is difficult to resist the urge to stop and indulge if I pass a good locking ice cream shop (Italy will be full of temptations!).

Mike once wrote a great article titled „This is not a Tour“ (read it, it’s great!), explaining how racing – instead of touring – something like the Great Divide or the World Cycle Race doesn’t make it less enjoyable, but maybe even more enjoyable. And I totally understand what he says, and when I signed up for TCR No. 5 I thought that I would be able to properly race it. I thought I wanted to race it. Not against the likes of Kristof or Björn or the other big shots, but against my own clock. Get to Greece as fast as I can.

„This is not a Race“

That changed for me, and I hope the words above explained that. Writing it down certainly made it clearer for myself. So when I get on my bike this Friday and set off into the night with 300 others crazies I will not race them. I will ride my heart out, I will pedal through the night, I will get up too early and I will eat too much fast food. But I will not ride the fastest route, I will chance gravel where I wouldn’t have to and I will definitely stop for ice cream more often than is necessary.

So for me, this is not a race. And that is perfectly ok for me.

Post Scriptum

Well, this post turned out a little different than I had expected. Originally I wanted to write a few words about the training, gear, route and last minute niggles. So here is at least a little of that in a nutshell, a proper post about this will follow after the race. Including a what worked and what didn’t.

Training: not exactly what I wanted it to be – but it never is, so that’s ok. At least a few long distance overnight rides in there. And the doc says I am pushing more watts than last year, so legs should be ok.

Gear: The bike has been tried and tested for years now (VPace T1ST), so no worries about that. But I have to admit that knowledge of my bivvy setup is at least in part theoretical. And the new navigation (Wahoo Elmnt, thanks!!) hasn’t been properly tested, so I carry a Garmin as backup. But I am confident. Oh, and it is of course way too heavy, coming in at 21kg all in – without food and water! No idea how people get their stuff down to 16…

Route: Around 4100 km with 43.000 m elevation gain (according to Komoot). When possible I chose smaller roads, even if that meant extra km or some extra climbing. I relied on strava heat maps and google streetviewed some of it. But I am far from a complete walk through on streetview, so there will be surprises…

Last Niggles: Getting to the start line was supposed to be a leisurely 5 day bike trip, scouting some of my route along the way, occasionally taking a local train. But a broken through axle in the girlfriend’s bike saw us stuck in Munich for 4 days, so it will now be a car ride up to the start. So much for the final test of my final setup and accustoming myself to the Elmnt.

But looking at the torrential rains we are having at the moment it might even be better for my motivation, so maybe that’s a good thing, who knows…

Follow me: You can watch the race unfold here at Trackleaders. Most likely I will be dot number 153.

I won’t take the time to post blog entries while I am on the road but will try to give quick updates on the Facebook page  and share the occasional photo via Instagram. If you want to shout out some encouragement, please do so – there will be times I will need it :)

Thanks!

A great and loud Thank You!! to the organizers team that stepped in and made it possible for the Race to go ahead. Dealing with the personal pain of loosing Mike and still putting this on is incredible. Thank you for the opportunity of the adventure of a lifetime.

 

Additional info:

If you didn’t know: Mike Hall was THE long distance cyclist and the organizer of the Transcontinental Race. He died on his bike in a collision with a car this March, during the Indy Pacific Wheel Race in Australia

More info about TCR? Let Chris White explain here.

Rando Imperator MMXVII – Via Claudia Augusta from Munich to Ferrara

What happens if you roll close to midnight into the best hotel in Bozen, completely drenched and shivering to the bone, dripping onto the marble floor and pushing a horribly filthy bike? You are of course treated like a royal guest! They even insist you bring the bike into the lobby over night, leaning it against an antique cabinet that’s probably worth more than the bike. 

And yes, they do have a room available. That’s music in my ears, and a few minutes later I have managed to make a total mess of the bathroom (dirt and dirty clothes everywhere) and stand under a steaming hot shower, washing off six hours of riding in the rain, slowly becoming warm again. When I am tucked in bed (stuffed with pizza and under two blankets), quickly drifting off to sleep I have already half forgotten how awful the descent down the Reschenpass felt in 2 degrees and all thoughts about scratching (yes, those were there) are quickly forgotten - lets see how the world looks after 5 hours of good sleep and a hearty breakfast!

Rolling out - into the fog and the sunrise

The day had started out really good - it wasn’t half as cold as expected when I (and around 100 other riders) rolled out of Munich at 4 o’clock in the morning. Some 650 km ahead of us, along the old via Claudia Augusta, all the way to Ferrara in the Po valley. Mainly on roads away from the traffic, including some gravel parts and lots of dedicated bike paths. All scouted and organized by Simone from Witoor (http://witoor.com/en/), thank you very much! After last weeks DNF at the Candy B. Graveller I didn’t have a real plan for this one. Just to test the knee and see what is possible, maybe in one go without sleep…

The chilly fog along the Isar soon is burned away by a beautiful sunrise and in a large group we roll along nicely, ignoring the good cycle path at this early hour. Soon we are off the streets anyway, rolling on nice gravel roads towards the first control behind Garmisch. Breakfast time!!

One climb down…

Freshly fueled by Nutella sandwiches and Italian ham we tackle the first of two climbs - the Fernpass. All stories I had heard about the Fernpass was that there is heavy traffic - but we climb away from the road, on quiet gravel roads. Only for the last part we decide to switch to the road, because we want to descend on tarmac. While I have been told the gravel downhill is well rideable (in dry conditions), some of us are on 25mm tires and we also yearn for a bit of high speed. So we brave the traffic (not that bad), take the obligatory picture with the Zugspitze and down it is!

… one more to go

Back on the original track in Nassereith we make our way towards the Inn valley and the second climb, on easy rolling terrain and with virtually no traffic. Occasionally the cycle path closely follows the motorway and we get to see the cars whizz by - I would not want to switch sides!

After a short stretch in Switzerland we tackle the second climb - the Norbertshöhe. The knee holds up, the climb is never too hard and when we arrive in Nauders we have basically done it - we crossed the Alps, all downhill from here!

Here comes the rain… 

Unfortunately the weather on the other side of the Alps doesn't know that it is supposed to be better in the South and what starts as a slight drizzle soon turns to proper rain, plus it is getting colder. But we aren't far from the next control (and Pizza!), even Mike’s broken chain doesn’t stop us and we cross into Italy. Pizza feels great and we order extras, extending our stay a little and not wanting to head back out into the rain. Which is a mistake, because when we finally get back on the bikes the body has cooled down - and with a downhill ahead of us there is no real chance of warming up…

After the - again obligatory - picture at the Reschensee I find myself riding alone. I have a small defect, and in this weather waiting for someone will only cool you down, so the unspoken idea is to meet again on the track after the downhill. 

I am by now shivering pretty bad - the Garmin says it’s 2 degrees, and I need get to lower (=warmer) ground fast. So I descent on the main road, not sure about road conditions on the official track. I have later been told it would have been perfectly fine to follow the track, but I just didn’t want to take any chances.

… and it is here to stay

I rejoin it in Glurns and from here the next 220km are easy riding: following the river Etsch all the way to Lake Garda this is first downhill, then pancake flat, aside from the occasional bridge and pretty much without any traffic at all. So in theory this should be a piece of cake: but it is still raining, switching from drizzling to heavy rain, but never dry. Luckily I find part of my group again, and all I am thinking about is reaching the next control in Bozen, hoping for a hotel there and fantasizing about a hot shower… 

It really is head down and pedal - in the short stops we make I force myself to eat something, my mood is at a low, which also shows in the fact that I didn’t take a single picture for a whole 6 hours…

Now comes the sun!

When my alarm sounds after 5 hours of sleep I wake up relatively fresh and in a good mood. There is even a bit of blue sky to be seen! So I quickly pack the bike, do some damage assessment (camera didn’t make it - lesson learned here: if it has a zipper it is not REALLY waterproof, no matter what it says!) and head of to breakfast. Were I stumble upon Bernd and Carsten! Coughing badly last night they had also decided to be in need of a shower and a real bed and with breakfast being included they weren’t going to leave without it. So it is 3 of us rolling out at 7:30, with 314km to go to Ferrara.  

On autopilot

The bike path along the river Etsch can be quite boring - but with yesterday in my legs I am happy to be just rolling along flat. Wind can be an issue here, but this early there is none at all and we are lucky throughout the whole day. Which means we make good progress - which is good, because we are unsure of the time limit to officially finish this brevet. I don’t care but my two companions do - so my plea for a pasta lunch is ignored and all I get is a quick stop and a slice of cold pizza and bread. Fuel for the body, not so much for the spirit. 

Before reaching Lake Garda (and finally stopping for some proper food, thanks to my nagging) we have a smaller climb through the wine hills to best, but nothing serious. Not far now to the next control in Mantua, and another dead flat 100km from there to the finish!

On the homestretch 

Most of the route now directly follows the river Po, often on a dyke that is again virtually traffic free. We are lucky and have a slight tailwind blowing us into a magnificent sunset! Everything here looks not just Italian but very Roman to me, like Asterix and Obelix would be coming out of the woods any minute, chasing some Roman legionnaires. But all stays quiet, and after 42 hours and 665 km we reach Ferrara! Tired and knackered, but happy!

Der Candy B. Graveller – eine offene Rechnung

Letztes Wochenende fand zum ersten Mal der Candy B. Graveller statt - auf 640km geht die Strecke self-supported entlang des ehemaligen Flugkorridors der Rosinenbomber vom Luftbrückendenkmal in Frankfurt zum Luftbrückendenkmal in Berlin. Das Ganze ist von Gunnar als „Gravelfahrt“ angekündigt - ich rechne (und die meisten anderen wohl auch) also mit hauptsächlich Schotter und vielen Wald- und Forstwegen. Um es vorweg zu nehmen: das war falsch, vielleicht sogar vorsätzliche Irreführung von Gunnar! Und um den zweiten Spoiler auch gleich loszuwerden: ich bin nicht mal annähernd in Berlin angekommen…

Aber von Anfang an 

Im Januar taucht die Veranstaltung erstmals in den sozialen Netzen auf und ich denke mir, klingt doch nach einer super Veranstaltung: ein historischer Bezug, für eine gute Sache (Spende statt Teilnahmegebühr, außerdem transportiert jeder Fahrer ein Care Paket) und den self supported Modus muss ich eh üben für das Transcontinental. Also neue, breite Reifen drauf auf das VPace, dann läuft das schon. Dachte ich mir jedenfalls so. Anmelden und Reifen, Iosmatte und Biwacksack kaufen - damit war für mich die Vorbereitung dann auch schon erledigt. Rennradler-Arroganz wie sich rausstellen sollte….

Crème de la Crème der Szene 

Freitag um 16 Uhr rolle ich also zum Terminal 4, wo wir vom Verein Luftbrücke noch eine Wurst ausgegeben bekommen, viele Dank dafür! Es scheint die halbe Deutsche Bikepacking Szene da zu sein, wenn nicht mehr. Die Chance, ein paar Leute die ich bisher nur online kannte auch mal persönlich zu treffen und sich die Hand zu schütteln. 

An Bike Setup gibt es alle Variante zu sehen: Vom Fatbike mit vollem Programm an Taschen bis zu Martins Rad, der so aussieht als ob er kurz mal Brötchen holen fährt (und der 30mm Crossreifen montiert hat!!). Ich bin irgendwo in der Mitte mit meinem Setup, auch wenn ich für meinen Geschmack zu viel dabei habe: einen Satz Zivilklamotten (will evtl. noch einen Tag in Berlin bleiben), ein kompletter zweiter Satz Radklamotten und volle Biwackausrüstung mit Isomatte, Schlafsack und dem noch original verpackten Biwacksack. Aber ich sehe das ja auch als Materialtest für das Transcontinental, das ist schon ok.

Ready for take off 

Nach lecker Wurst und Fachsimpelei über Fahrräder sowie jeder Menge Understatement und Tiefstapelei („ach, ich will einfach nur entspannt Rad fahren, ist ja kein Rennen, soll Spaß machen“ - so in der Art) geht’s dann für ein paar Worte und offizielle Fotos - die Presse ist da!! - zum Luftbrückendenkmal und um 6 heißt es: ready for take off, es geht los!!

Im Pulk rollen wir los, aber schnell zieht sich alles auseinander - ich wollte Martin eigentlich noch viel Spaß wünschen aber der ist schon vorne weg und wurde bis Berlin auch nicht mehr gesehen. Die ersten km scheinen meine Vermutung zu bestätigen was die Strecke angeht: schöne Waldwege, leichter Schotter, alles gut zu fahren (verfrühter Gedanke: „ich hätte doch die dünneren Reifen nehmen sollen…“) und ich kann sogar den Aerolenker öfter mal nutzen. Fängt doch gut an!

Erstens kommt es anders…

Das bleibt allerdings nicht so - schnell mogeln sich erste Singletrails dazwischen, die sich teilweise auch erst auf den dritten Blick zeigen. Dann kommen Wurzelpassagen (jetzt eher so: „danke für die dicken Reifen“), wir passieren ein Sumpfgebiet („echt jetzt, da lang???“) und sollen laut GPS Track Wege fahren, die in meinen Augen keine sind: da ist vielleicht vor zwei Jahren mal ein Harvester durchgefahren und hat eine Schneise geschlagen, mehr aber auch nicht. Jedenfalls trage und schiebe ich mein Rad auch immer mal wieder. 

… und zweitens als man denkt

So bleibt die Strecke die nächsten Tage: gut fahrbare Wald- und Feldwege wechseln sich mit Singletrails ab, ab und zu muss man über Wiesen, wo Abdrücke von Treckerreifen einen Weg nur andeuten. Hin und wieder wird geschoben und getragen. Und irgendwann ist auch klar, wo die knapp 6000 Höhenmeter der Strecke herkommen: kurz vor Mitternacht schiebe ich meine Rad eine 30%-ige Schotterrampe (oder mehr? Der Garmin zeigt längst keine Steigung mehr an, weil ich zu langsam bin!) in die Weinberge hoch und fluche: über mein Gepäck, über meine Übersetzung, vor allem über Gunnars Streckenführung! Aber die Aussicht von oben ist super und immerhin regnet es nicht! Ich überlege kurz, hier zu biwackieren, fahre dann aber doch weiter. Müde bin ich noch nicht und die Beine spielen auch noch mit, ein paar Stunden will ich noch. Es folgen: Waldwege,  holprige Abfahrten, ein Tankstellenstopp, Trail Magic (Danke für die Haribo!!), ein verlockendes Lagerfeuer und ein Singletrail bergauf durchs Unterholz der aussieht wie ein olympischer Mountainbike Downhill Kurs. Ich wollte noch ein Foto machen, aber brauchte beide Hände für die Bremsen, damit mir das Rad nicht den Hang runterfällt… 

Als ich dann doch müde werde suche ich mir eine Schutzhütte (schon belegt von 2 anderen, aber Platz genug auch für 3) und versuche mehr schlecht als recht ein paar Stunden zu schlafen. 

Aua. Aua aua aua.

Nach vielleicht 1 1/2 Stunden fühle ich mich erstaunlich erholt und weiter geht’s: ausgekühlt behalte ich erst mal alles an Klamotten an was ich dabei habe, bergab ist es trotzdem noch recht kühl. Das dürften auch der Hunger und die Müdigkeit sein - Frühstück (und Kaffee!) in Fulda helfen dagegen.

Inzwischen zwickt mich immer mal wieder das Knie. Ich habe die Übersetzung nicht gewechselt und mit dem ganzen Gepäck und den Anstiegen auf Schotter reiche auch die 34x32 nicht um einigermaßen rund zu treten. Ich vermute mal, dass die Schmerzen daher kommen und beschließe das einfach erst mal zu ignorieren, bzw. öfter mal zu dehnen und ansonsten weiter zu fahren. 

Panzerplattenalptraum

Wobei „fahren“ heute oftmals auch nicht stimmt: die Candy B. Strecke trifft hier auf einen Streckenabschnitt der Grenzsteintrophy, die sich auch Gunnar ausgedacht hat: auf dem alten Todesstreifen geht es auf Panzerplatten entlang der deutsch-deutschen Grenze durch das Biosphärenreservat Rhön. Wunderschön zu gucken und ein absoluter Alptraum zum Fahren! Bergauf fasse ich schnell den Beschluss zu schieben (das Knie dankt!), bergab wünsche ich mir ein Fully und bin abermals dankbar für die dicken Reifen. Was ich jetzt auf jeden Fall weiß: die Grenzsteintrophy werde ich wohl nicht fahren, danke nein!

Eindrucksvoll ist es aber schon entlang der alten Grenzanlagen, das man hier Fahrrad fahren kann ist im Prinzip ja eine super Sache und verdeutlicht noch mal die historische Idee vom Candy B. Graveller. 

Schwere Entscheidung

Auch wenn der Panzerplattenweg endlich vorbei ist - einfach wird die Strecke trotzdem nicht und das Knie zwickt weiterhin. Bzw. wird schlimmer - ich krieg kaum noch Druck aufs Pedal ohne Schmerzen und fange langsam an dran zu zweifeln, ob es schlau ist so weiter zu fahren. Sobald es etwas steiler wird steige ich ab und schiebe - und ca. ein Drittel der Höhenmeter kommen noch, der Rennsteig ist nicht mehr weit und da geht es rüber. Mit jedem Anstieg wird es etwas schlimmer, mit Schmerzmitteln will ich nicht fahren und die Saison geht ja auch erst los, vielleicht lieber nichts riskieren… 

Ich habe die Idee, Berlin auf der Straße statt dem Track zu erreichen und verlasse für ein paar km den offiziellen Track - muss aber schnell feststellen, dass ich auch auf Asphalt nicht schmerzfrei fahren kann. Nach kurzer Pause am Straßenrand fällt dann die Entscheidung abzudrehen. Bahn statt Berlin, nach ca. 240 der 640km geht es für mich schweren Herzens zurück zum Start. 

Unfinished Business

Was klar ist: ich muss da noch mal wieder kommen. Dann mit weniger Gepäck, mehr Bergtraining in den Beinen und vielleicht sogar einer kleineren Übersetzung.

Denn auch wenn ich aus meiner (Straßen-) Rennradlersicht so manche Streckenwahl nicht verstehe - da werden perfekt asphaltierte, kleinste und verkehrsfreie Nebenwege verlassen um Umwege über holprige Wiesen zu fahren - das Ding will ich schon zu Ende bringen! Und da es Gunnars Veranstaltung ist gelten eben Gunnars Regeln. 

Mein Care Paket geht für dieses Jahr jetzt mit der Post nach Berlin, aber der Plan steht schon mal: Candy B. Graveller 2018, ich komme!

Und wer den Track haben möchte um ihn selbst zu fahren: Gunnar ansprechen! Ich sag mal am bester über die offizielle homepage: www.candybgraveller.cc. Da der Route sich sicherlich noch etwas verändern wird gilt: wer den Track will soll nach dem Gegenseitigkeitsprinzip etwas für den Track tun, und sei es nur das man anschließend die gefahrene Strecke einschickt.

 

 

PS: Für die Materialgeeks

Mein Materialtest fürs TCR war erfolgreich würde ich sagen - die Sachen haben gehalten oder zumindest ihre (kleinen) Schwächen offenbart die ich jetzt abstellen kann. Gefahren bin ich das ganze auf meinem VPace T1ST, als Reifen den WTB Riddler in 45mm aufgezogen - evtl. hätte auch ein 40mm Reifen gereicht, aber die rollen wunderbar und schön bequem. Den würde ich nächstes Mal wieder nehmen.

Ich hab eine Schraube beim Gepäckträger verloren, da half ein Kabelbinder als Ersatz, nächstes Mal kontrollieren ob alles mit Locktite festgeschraubt ist. Meine Lenkertasche (Revelate) sitzt etwas tief für mein Licht, da muss ich noch mal ran. Und die Lösung mit den Biwacksachen auf dem Gepäckträger funktioniert zum Fahren gut, braucht aber viel Zeit zum Aus- und Einpacken. Da denke ich auch noch mal drüber nach…

Was auch erfolgreich war: der Versuch zu biwackieren. Ich war am nächsten Tag gut fit - mal abgesehen vom Knie. Allerdings braucht man doch etwas Zeit mit Auf- und Abbau, das kann man noch verbessern denke ich. Bzw. wenn man gegenrechnet, dass die Betten im Hotel für einen gemacht werden ist man mit Hotels gar nicht so viel schlechter bedient, zumal der Schlaf sicher erholsamer ist. Ich denke da bleibt es bei meinem Plan, Hotels und Biwak abzuwechseln fürs Transcontinental…

Why it would probably be an excellent idea to start panicking RIGHT NOW

153 – that’s what I wrote on my bathroom mirror this morning in big, blood red numbers. 153 days to go until the start of the Transcontinental #05 in Geraardsbergen. That sounds a lot, doesn’t it? But it also translates to less than 22 weeks and only about 5 months. FIVE. MONTHS. Suddenly that does not sound that long any more, especially considering the amount of preparation needed. Getting the gear, adapting the bike and obviously training. Training would obviously be a really good idea.

But what do I do? Procrastinate. Instead of planning my route I am reading bike blogs and other people’s TCR adventure stories. Instead of getting (and testing) the extra gear I need I get lost looking at online galleries of beautiful bikes on the Radavist. And instead of putting myself out there on the bike and ride I am watching six day and cyclocross races…

What should have and what is

There were big plans for training in the winter: I signed up for the gym again, even though I am not a fan of indoors. I had all intentions to extend my daily commute from a leisurely 20 minutes on my folding bike from the seventies to a good hour or two of proper riding. And of course – what I believe every cyclist plans for the winter – my regular core workouts…

I haven’t been totally lazy, have done some sessions on the trainer or in the gym, and there were a couple of days when I actually rode, even the occasional longer commute as planned. But when looking at all the hours over the winter I have probably managed to get about half a TCR-day worth of training into a week, max. HALF. A. DAY.

I just don’t get it

For some reason the full force of what I have signed up for hasn’t really hit me yet. That racing unsupported across Europe is a little more than the average spin to the ice cream place down the road. And I have tried quite a few things to drive the point home. I watched all videos about the Transcontinental (and again! Say procrastination…), I am following plenty of rider’s training on Instagram and Strava (just looking at the leaderboard in the TCR group should give me sleepless nights), I bought that red pen to write on my mirror – but I simply don’t get it. Hell, I am even blogging about it, but nothing!!

What the therapist would say

And I believe I even know the reason: Paris-Brest-Paris 2015. There’s a whole blog post or two in that idea, but the short version is this: it felt too easy. Sure it was tough, but I had no real troubles worth mentioning. Ride 620km, sleep a few hours, ride another 620km (with the occasional power nap). Plenty of fun and laughter and friends along the way, a wonderful way to spend 3 days (@74 hours I wasn’t super fast). Sounds cocky, and maybe it is – but that’s the way it felt to me (more about that here – German only unfortunately). PBP shifted my perspective. Already the preparation leading up to it did that, the 600km brevets and all the long distance riding – all of the sudden a 200km ride (300? 400??) just isn’t scary anymore, but part of the normal routine.

And even though that new perspective – that anything is possible on the bike, there is no such thing as too long – hasn’t been properly tested again since PBP I am still stuck in that mindset. And of course that is wrong. Not just because PBP cannot be compared to TCR at all, being organized and a signposted route, with the best support possible and drafting allowed. But also because fitness is obviously lost and I wouldn’t have felt that fine doing PBP without the proper training. So I know it is wrong, but I just don’t feel it!

Time to walk the talk

Now what, except complaining about it but not getting my ass off the couch?? I have about three more weeks of good excuses (work, travel) to keep training at the current low level. But then I intent to go on a long ride and suffer properly to show myself that my fitness is not what it used to be – hopefully driving home the point that I need to do more!! And starting in April I have a lot more time to ride my bike (watch this space, news coming up…) and some long distance rides and brevets planned.

I am confident that I will be fit enough to not just finish the TCR in time for the party but also to enjoy most of it along the way. Basically this off-season was like all of my off-seasons – doing only the minimum of training to not feel like a total bum. I did have serious hopes that having signed up for TCR would actually mean I train more consistently through the winter. Well, guess it didn’t…

So here’s to hoping I have enough lifetime mileage to play catch up quick enough!

Sixdays Bremen

Rennrad und Ballermann - Sixdays Bremen

Ich war gefühlt 100 Mal auf Mallorca und habe es jedes Mal geschafft nicht zum Ballermann zu gehen. Naja, was heisst „geschafft“ - war ja überhaupt nicht schwer. Einfach Augen auf bei der Hotelwahl und schon ahnt man nicht mal, dass es noch eine zweite Parallelwelt gibt - wo die Leute in Muskelshirts und High Heels statt Lycra und Klickpedalen unterwegs sind.  Und zu den Zeiten, wo sich die Fahrrad- und die Partysaison überschneiden trifft man sich kurz im Flieger und lebt dann auf der Insel friedlich nebeneinander her, ohne sich überhaupt zu begegnen. So nah und doch so fern - und wahrscheinlich auch für beide Seiten ganz gut so.  Das war dieses Wochenende deutlich anders, für ein paar Abende mischen sich diese zwei Welten und es gibt kein Entkommen! 

Schatzi, schenk mir ein Foto

Da geht man auf eine traditionsreiche Sportveranstaltung, besetzt mit einem durchaus hochkarätigen Fahrerfeld, und wann ist die Halle komplett voll und die Stimmung kocht so richtig? Wenn Mickie Krause kommt (wer es nicht weiß: dass ist der mit den 10 nackten Friseusen).

Naja, man hatte mich „gewarnt“ am Wochenende auf die Sixdays zu gehen. Und so auf den ersten Blick sieht das auch alles mehr nach Party aus als nach Sport - jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass der Kerl im Einhornkostüm gleich den Fahrern zujubelt. Der wird mit seinen Kumpels wohl eher den Junggesellinnenabschieden hinterher in Richtung Halle 4 wanken. Ich wähle die andere Richtung und verschwinde Richtung Radbahn…

Dein Rennen?

In den Katakomben fahren sich die Junioren warm, außerdem sieht man ein paar Jedermänner und -frauen die sich auf „Dein Rennen“ vorbereiten. Zum zweiten Mal gibt es bei den Sixdays für Hobbyfahrer die Chance sich am Rundenrekord zu versuchen, aus mehr als 200 Männern und Frauen haben sich 12 qualifiziert um in Halbfinale und Finale die schnellste Runde unter sich auszumachen. Und die ist dann auch ganz schön schnell, Respekt! Eine super Sache finde ich und wenn ich gewusst hätte, dass man sich Freitagvormittag noch qualifizieren konnte hätte ich sicher aus das Rad eingepackt… Vorsatz für das nächste Jahr: besser recherchieren. Und mehr Bahnfahren, eh klar.

Und los geht’s

Im Innenraum ist aber noch alles leer. Bei den Junioren sind nur ein paar wenige Zuschauer, das ändert sich dann aber mit der Präsentation der Fahrer: Langsam füllt sich die Halle, und es beginnt das Profi-Programm. Die ganzen verschiedenen Wettbewerbe (Sprints, Keirin, Zeitfahren, Derny, Jagden klein & groß und noch ein paar Sachen…) sind dann auf den ersten (oder auch zweiten oder dritten) Blick recht verwirrend, das versuche ich hier mal gar nicht zu beschreiben. Die Stadionsprecher machen da einen durchaus anständigen Job, und wenn man sich ein bisschen mehr damit beschäftigt kommt man schon auch dahinter wie das alles so funktioniert. Am spannendsten sind finde ich sowieso die Jagden, wenn alle 24 Fahrer gemeinsam auf der Bahn unterwegs sind. Nicht einfach, da den Überblick zu behalten, aber das macht auch den Reiz aus: Immer was los auf der Bahn, ständig Action. Und die Teams liefern eine super Show ab, da schenkt sich niemand was. Bis zum Ende ganz großer Sport!

Drumrum so

Zwischendrin ist immer mal wieder Zeit kurz das Rahmenprogramm zu checken. Die Fahrradinitiative der Stadt Bremen, Bike-It ist da und hat ein Mini-Velodrom mitgebracht, außerdem stellen sich die Bremer Sportvereine vor, aber so richtig zieht beides am Wochenende nicht. Da gehen der mobile „Kleiner Feigling“ Stand und die Bratwurstbuden deutlich besser. Und die Stars am Kindertag sind leider auch keine Fahrradfahrer, sondern Youtube-Stars, die Schminktipps geben. Ich find’s schade und hatte eigentlich auch die Hoffnung, es würde vielleicht mit mehr Sport und weniger Party gehen. Scheinbar nicht. Oder hoffentlich  noch nicht, zumindest auf der Straße wird der Radsport ja wieder bekannter…

Sollte man? Ja, sollte man.

Auch wenn die Party am Wochenende gefühlt im Vordergrund stand - ich kann trotzdem nur jedem empfehlen sich das mal anzugucken. Am besten sicherlich am letzten Tag, den Dienstag - da gibt es in der letzten großen Jagd die finale Entscheidung und immer noch mal richtig Alarm. Und am allerbesten natürlich, nachdem man selbst mal auf einer Bahn war. Seitdem ich meine erste Runden da gedreht habe ist mein Respekt vor dem, was die da leisten noch mal ordentlich gewachsen.

Ich hab ja durchaus Hoffnung, dass in den nächsten Jahren auch der Sport mehr im Vordergrund steht. Die Bahnrennen haben ja einen jahrelangen Rückgang hinter sich, aber so langsam gibt es Anzeichen, dass sich das wieder ändert. Die Frauenszene wird professioneller und hat in Bremen auch ein super Rennen abgeliefert, die Jedermänner und -frauen kommen auch immer öfter zum Zug (in Berlin die Wochen drauf ebenfalls) und mit den erfolgreichen Deutschen im Straßenradsport steigt da hoffentlich auch das Interesse. Und bis dahin müssen uns halt die Ballermänner und Mickie Krause Fans ein wenig unterstützen, die kennen wir ja wie gesagt sowieso schon aus dem Flieger nach Mallorca….

Transcontinental Race 2017 – I am in!

(english version below)

Da ist die E-Mail von Mike, es ist offiziell: Teilnahme am Transcontinental Race 2017. Ich! Bin!! Dabei!!!

Das Transconti-was??

Wem das Transcontinental Race nichts sagt, kurz ein paar Worte dazu: Seit 2013 organisiert Mike Hall das „TCR“ – ein Radrennen einmal quer durch Europa, in der ursprünglichsten Radrennform überhaupt: unsupported, auf eigene Faust. Vorgegeben sind zwischen Start (Geraardsbergen in Belgien) und Ziel (Meteora in Griechenland) lediglich 4 Kontrollstellen, sonst nichts. Diese Jahr geht es zum Schloss Lichtenstein, auf den Monte Grappa, in die Hohe Tatra und auf die Transfogarascher Hochstraße. Knapp 3800km mit ca. 36.000 Höhenmetern, so Pi-mal-Daumen auf den ersten Blick. Wer es zur offiziellen Finisherparty 15 Tage später schaffen will (und wer will das nicht?) muss damit ca. 260km pro Tag radeln.

Nach dem Startschuss gilt: Wer als erstes alle Kontrollen abfährt und am Ziel ankommt hat gewonnen. Einfach zu verstehen, wohl nicht so einfach umzusetzen… Die Routenplanung zwischen den Kontrollen muss jeder selbst übernehmen und Unterstützung während des Rennes von außen ist verboten (keine Begleitfahrzeuge, kein Windschatten). Eben unsupported. Allerdings nicht ungesehen, denn – neben der social media Welle, die bei dem Rennen durch die sozialen Netze rollt – man bekommt einen kleine Spot Satelliten Tracker mit, der alle 5 Minuten Positionsdaten durchgibt. Der gläserne Radler sozusagen.

Wer mehr wissen will, kann hier gucken oder hier. Oder hier ein Video über die Nummer 171 vom letzten Jahr. Oder mich fragen, aber dann Vorsicht – könnte ein längerer Monolog werden…

Und warum genau?

Seit ich vor 4 Jahren vom ersten TCR gehört habe bin ich von der Idee begeistert. Ich fahre gerne Rad, da kann mehr Rad fahren doch sicher nicht verkehrt sein? Klar wird’s auch mal wehtun oder mühsam sein, aber selbst bei Paris-Brest-Paris vor 2 Jahren gab’s für mich nur einen Moment in dem ich mal (kurz) keine Lust hatte (gelesen? Sonst hier klicken).

Den Kontinent einmal mit dem Rad durchqueren, wunderschöne Landschaften, spannende Leute kennenlernen (zumindest wenn man sich mal an den Kontrollstellen trifft) – das reizt mich doch ziemlich. Und mit Fahrrädern beschäftige ich mich eh die meiste Zeit, da kann ich den Winter gut für die Routenplanung und die Materialschlacht nutzen. Da stellt sich mit die Warum-Frage gar nicht, da würde ich höchstens Warum-bitte-nicht?? fragen.

Was das Ganze für mich nicht ist: ein Rennen ums Podium. Da bin ich weit von weg, das ist auch nicht mein Ziel. Ich fahre das höchstens als Rennen gegen mich selbst, um mal zu sehen „was so geht“, und wann aus „lange Rad fahren“ ein „zu lange Rad fahren“ wird. Aber ich habe mir fest vorgenommen, möglichst viel der Zeit zu genießen. Und dazu werden auch Kaffeepausen gehören, Leute treffen, Anhalten für den Gipfelblick (Foto!), und vermutlich werde ich mich auch einen (oder zwei??) Morgen mal umdrehen und nicht um 4 Uhr früh aufs Rad klettern… Das oben verlinkte Video trägt den Titel „A Race Journey“, das trifft meine Erwartung sehr gut. Ein Rennen, aber auch eine Reise.

Und jetzt?

Jetzt heißt es Planung und Training. Und auch wenn der 28. Juli noch weit weg klingt, so viel ist das nicht. Aus den 9 Monaten bis zum Start die es bei der Bewerbung im November waren sind es ruck-zuck 7 geworden. Also auf ans Werk! Neben dem Sportprogramm wird’s im Winter vor allem auch um die Routenplanung gehen und mal sehen ob ich mir noch ein paar neue Sache fürs Rad besorge. Vielleicht sogar ein neues Rad??? Mal sehen…

Wenn es dann wieder etwas wärmer draußen wird und kein Schnee mehr liegt hab ich mir ein paar schöne Strecken und Veranstaltungen rausgesucht, davon gibt’s es hier dann sicher auch einiges zu lesen. Und falls von Euch jemand Lust auf gemeinsame Trainingsausfahrten hat, immer gerne Bescheid sagen – ich werde viel fahren bis zum Sommer!

/// english version ///

There is the e-mail from Mike, making it official: I will be racing the Transcontinental Race this summer. I. Will. Race. The TCR!

The Transconti-What??

If you haven’t heard about the Transcontinental Race, a few words about the it: Starting in 2013 Mike Hall is organizing a trans-Europe bike race, in the purest and oldest racing fashion: unsupported. Aside from 4 checkpoints between the start („The Muur“ in Geraardsbergen, Belgium) and the finish line (Meteora in Greece) nothing is planned for you. This year the race is heading to Castle Lichtenstein, Monte Grappa, the high Tatras mountains and the Transfagarasan highway. Roughly 3800km with 36.000 meters of climbing, give or take based on a first rough sketch of the route. If you want to make the official finisher party 15 days later (and who wouldn’t?) that means 260km per day.

The rules are very easy: Whoever visits all controls first and reaches Meteora, wins. Easy to understand, a little more complicated to get done. The route I take is entirely up to my own planning, any outside support that is not readily available to every other racer as well is forbidden – no follow car, no drafting. Just that: unsupported. But not un-watched. Next to the wave that’ll be rolling through social media every racer gets a GPS Spot tracker that sends out current coordinates and speed every 5 minutes. Big brother is watching (out for us)…

If you’d like to know more, check this or this. Or this nice video, following rider #171 in last year’s race. Or just ask me, but be prepared for a slightly longer monologue..

And just why exactly??

Ever since first hearing about the TCR 4 years ago I thought „what a great idea“. I am generally happy when I ride my bike, so riding longer sounds like a good idea to me. Of course it will be painfull or difficult occasionally, but even during Paris-Brest-Paris 2 years ago there was only I small moment that I didn’t enjoy that much… (you could read about that here, but I am afraid it is in German only).

Crossing the continent on my bike, stunning sceneries, meeting interesting people (at least when stopping at the checkpoints) – I have to say that is really, really tempting! And I am spending plenty of my time on bikes (even when not riding) so I might as well use the off season this winter for some route planing and obsessing over what new equipment I need to buy. So in my mind the question „why“ is more like a „why would you not want to do this?“

Why I am not riding this is to make the podium or a top ten finish. I am nowhere near the guys at the top, so luckily I don’t even need to bother thinking about that. But I will be racing this against myself, to see what I can achieve and how far I can push myself before „riding long“ becomes „riding too long“. But all this with the very strong intention to enjoy as much of the ride as I possibly can. Which means there will be coffee breaks, picture stops at the summit and the occasional lie-in in the morning when I won’t roll out at 4 am… The #171 video sums it up nicely in its title – A race journey, that is pretty much my expectation. A race, yes, but also a journey.

What now??

Now it is time for planning and preparation. 28th of July sounds like I have a lot of time, but registration was already 2 months ago, and those flew by in no time… 7 months, that’s all I have – so down to business! Of course that means staying fit, riding my bike whenever possible, but also working on the route I’ll be taking and buying some new stuff for the bike. Maybe even a new bike?? I’ll see…

I have a number of nice training rides and events set up for the spring and I’ll write about some of that on here. And if somewhere comes to town and fancies a ride, let me know – I’ll be riding plenty until this summer, feel free to join!

Nachts auf dem Rad – Meditation für Anfänger

Kurz hinter Freising kommt mir noch ein letzter Jogger mit Stirnlampe entgegen, danach verschluckt mich der Wald und die nächste Stunde bin ich mit mir und meinem Rad alleine in der Nacht. Ein schmaler Lichtkegel, das Surren der Kette und das Rollen der Reifen auf dem Schotter - mehr ist da nicht.

 
Große Welt ganz klein

Verkleinert auf diesen kleinen Ausschnitt Licht müsste der sowieso schon tausend Mal gefahrene und langweilige Isarradweg eigentlich noch viel langweiliger werden, aber das Gegenteil ist der Fall: Kaum bin ich aus der Stadt raus dauert es nur ein paar Minuten und ich bin „im Flow“. Die Dunkelheit schirmt fast alle äußeren Einflüsse ab, die Strecke ist einfach genug dass das Fahren unbewusst passieren kann und die körperliche Anstrengung ist hoch genug, um das Denken auszuschalten. In meiner kleinen Lichtblase geht es jetzt nur noch ums Treten, Treten, Lenken und Treten. Und so trete ich auch dieses Mal durchs Nichts und nehme kaum bewusst wahr, wo ich gerade bin. 

Das ist es, was nachts fahren für mich so spannend macht. Gar nicht weit weg von Stadt und Zivilisation und all den Menschen und Autos bin ich plötzlich ganz allein. Ich sehe zwar noch den Schimmer der Lichter in den Wolken, aber es gibt keine Geräusche mehr außer denen, die ich selber mitbringe und gelegentlich das Rauschen der Isar. Das Zeitgefühl ist weg (der Garmin steckt im Rucksack) und ich könnte jetzt nicht sagen wie weit es noch bis nach München ist oder wie lange ich schon unterwegs bin… Kurz tauchen aus dem Dunkel ein paar gedimmte Stirnlampen auf und ich komme an einer Gruppe Pfadfinder vorbei. Pfadfinder?? Waren die gerade wirklich da oder halluziniere ich? Egal, weiter gehts. 

 
Langsam raus aus der Blase

Wie immer überrascht mich die eine Kurve und ich muss kurz mal in die Bremsen greifen (jetzt schon? wirklich so eng??). Irgendwann taucht in der Ferne ein Strichmännchen auf und ich zweifle wirklich kurz an meiner Wahrnehmung. Aber es ist nur ein Jogger in reflektierenden Klamotten, ein erstes Zeichen dafür dass ich mich München nähere. Noch zwei weitere Jogger und jemand mit Hund, dann weicht der Schotter Asphalt und die ersten Straßenlaternen tauchen auf. Zeit aus meine Blase wieder rauszukommen, ob ich will oder nicht. Zum Glück baut sich das langsam auf, ein paar Minuten radel ich noch an der Isar entlang bevor ich auf die Straße muss und den letzten km im Verkehr mitfahre, wieder angekommen in der „echten“ oder besser „normalen“ Welt. 

 

Licht anschalten, Kopf ausschalten

Ich habe mich früher mal an Meditation versucht und in letzter Zeit wird ja viel über Achtsamkeit gesprochen, aber das klappt bei mir beides nicht. Irgendwas lenkt immer ab, von außen, von innen, da fehlt mir die Geduld und wohl auch die Hartnäckigkeit und Konsequenz um mir das anzutrainieren. Aber wenn ich nachts auf dem Rad sitze geht das ganz schnell und von alleine, 100% garantiert. Egal was an Gedanken durch den Kopf rollt, nach ein paar km in der Dunkelheit sind die weg. Damit gibt es für mich auch zum Abschalten nach der Arbeit nichts besseres, als den Heimweg auf dem Rad etwas auszubauen. 

Neben dem Abschalten bringt das im-dunkeln-fahren im Herbst - nach der Zeitumstellung, aber vor dem Schnee - nach einer langen Saison noch mal wieder etwas Abwechslung rein. Vor allem diese „meditativen“ Heimfahrten nach der Arbeit geniesse ich sehr, selbst wenn ich ansonsten vielleicht um diese Zeit gerne mal etwas fahrradmüde bin. Wer also nach einer langen Saison keine Lust mehr hat aufs Radeln, vielleicht einfach mal ausprobieren! Und das gilt natürlich noch viel mehr für die, die sich ärgern das es inzwischen „zu dunkel“ zum Radeln ist. Mein Tipp: runter von der Straße, warme Klamotten an, gutes Licht ans Rad und einfach weiterradeln…. 

 
PS:

Anders gut, aber auch gut: nachts im Sommer mit dem Rennrad auf unbekannten Strecken unterwegs, im Dunkeln der Linie auf dem Garmin folgend - aber dazu ein anderes Mal. 

Ich geh steil – mein erstes Mal Bahnrad

 

„Also im Fernsehen sieht das nicht so steil aus. Das ist schon ziemlich steil - da soll ich rauf? Mit diesen schmalen Reifen? Das rutscht doch! Ganz sicher rutscht das, kann mir keiner erzählen dass das nicht rutscht!!“

Bahnrad Theorie...

Ich bin mit dem VCP Basel im Velodrome Suisse in Grenchen, der Verein hat die komplette Bahn für einen Schnupperkurs gebucht. 23 (??) Mann und Frau wollen gut behütet von 3 Instruktoren ihre ersten Runden im Oval wagen. 2 Stunden Zeit um einen ersten Eindruck zu kriegen - nicht viel wenn man bedenkt an was es sich alles zu gewöhnen gilt: starrer Gang, keine Bremsen, Steilwandfahren. Und ein bisschen Theorie gibt es natürlich auch.

So lerne ich erst mal wie steil „ziemlich steil“ genau ist - bis zu 46 Grad in den Kurven. Was im Bahnvergleich sogar noch recht moderat ist, die mobilen Sechstagebahnen sind kürzer und steiler (in Bremen z.B. 166m statt 250m hier, und 58 Grad). Finde ich trotzdem sehr beeindruckend, die Bahn ist in den Kurven immerhin auch 7m hoch, aber es wird uns versichert: da rutscht nichts. Jedenfalls solange man schnell genug ist, also schön das Tempo vom Trainer halten und sowieso einfach das machen, was der macht, dann kann nichts passieren.

... und Praxis

Dann wird noch kurz erklärt wie man ohne Bremsen den Abstand zum Vordermann regulieren kann und es geht direkt in kleinen Gruppen auf die Räder und los, ab ins kalte Wasser.  Ein paar wenige Runden auf der flachen Auslaufbahn um uns zumindest kurz an den starren Gang zu gewöhnen, dann schon auf die Schräge. Natürlich nicht direkt die vollen 46 Grad, wir bleiben erst mal weiter unten - aber auch das fühlt sich schon wild an. Und zu meinem Entsetzen meint der Instruktor wohl wir machen uns ganz gut und zieht weiter die Bahn rauf, auf die blaue Linie (Kopfkino in dem Moment: „wow, shit!!!“).

Ich merke, wie ich total verkrampft den Lenker festhalte und jede Menge Adrenalin ausschütte, denn noch glaub ich nicht dran, dass da nichts rutscht. In jeder Kurve rechne ich wieder damit, mich mit dem Rad lang zu machen… Aber - oh Wunder - ich rutsche wirklich nicht! Selbst über die bunte Werbung darf man fahren die auf die Bahn gepinselt ist, nicht wie auf der Straße wo ich eigentlich versuche, jede Fahrbahnmarkierung zu vermeiden.

Face your fears

Es dauert allerdings mehr als ein paar Runden, das auch zu verinnerlichen. Ehrlich gesagt nehme ich mir auch die eine oder andere Pause zum Durchatmen und Nerven beruhigen. Und um den Nacken und die Hände zu lockern - beim Anhalten hab ich dann erst so richtig gemerkt wie verkrampft ich auf dem Rad saß. Das merke ich auch am Tag danach noch deutlich, Muskelkater in Schultern und den Unterarmen, aber nicht in den Beinen… 

Aber die Angst kickt auch, vor allem das trotzdem-da-hoch-fahren. Und wenn der Trainer sagt „das geht schon“, was soll passieren? Also wieder rauf auf die Bahn und noch ein Stückchen höher!

Läuft langsam

Nachdem der Körper dann auch anfängt, das zu glauben, macht es wirklich Spaß. An das Fahren mit dem starren Gang hab ich mich (bzw. wir uns) überraschend schnell gewöhnt. Und so fängt der Trainer an, ein paar Übungen zu fahren, Führungswechsel, Beschleunigungen aus den Kurven heraus (den Schwung bergab mitnehmen!) und: Rundengewinn. Die Gruppe fährt auf der blauen Linie (sozusagen die Mittelspur), einer schert aus und gibt auf der schwarzen Linie („unten“) so lange Vollgas, bis die Gruppe wieder eingeholt ist. Irre anstrengend, leicht schwindlig wurde mir dabei von den Kurven aber: Riesenspaß!

Ein bisschen knifflig sind teilweise die Situationen mit den vielen Leuten auf der Bahn. Wir sind zwar nur gut 20 Leute, im freien Training fahren hier wohl auch bis zu 60. Aber ab und an wird es trotzdem eng und wir haben ja auch alle noch gut mit uns, den Rädern und der Bahn zu tun. Jedenfalls gibt es ein paar Momente in denen ich denke „hoppla, das war knapp“. Passiert ist aber zum Glück nichts.

In den Gesprächen nachher mit den Leuten kam dann raus, dass andere teilweise gar keinen Respekt vor der Höhe und der Neigung hatten - was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Dafür hatten die dann allerdings Probleme mit so vielen Leuten so schnell und eng zusammen zu fahren - was ich durchaus nachvollziehen kann. 

Ich komme wieder 

Aber ich glaube irgend einem Dämon ist in den 2 Stunden jeder Bahnanfänger begegnet, nach dem Motto „face your fear“. Für mich war es jedenfalls ein Tag deutlich außerhalb meiner Komfortzone wie es so schön heißt. Und was soll ich sagen: es lohnt sich total da ab und zu mal rauszukommen!

Und in diesem Fall die Grenze etwas zu verschieben und die Komfortzone ein Stück größer zu machen. Denn soviel ist sicher: das wird nicht mein letzter Tag auf der Bahn gewesen sein, ich komme wieder!